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| Sagen |
Sagen aus dem Ländchen Bärwalde
Skurrile Gestalten, gute und böse Mächte, Naturgewalten und vor allem die Schicksale Einfacher Menschen füllen die Sagenwelt mit prallem Leben, lassen auch in der heutigen Zeit das Interesse an diesen kleinen Geschichten ständig wachsen. Der Heimatforscher Max Wald, bezeichnete das ehemalige preußische Ländchen Bärwalde als "Sagen und Märchenwinkel".
In dem kleinen Ort Kossin, lebte vor vielen Jahren eine alte Frau ,"Rudeljahne" genannt. Sie sah hässlich aus, und die Alten wie die Jungen im Dorf gingen ihr aus dem Weg, wenn Sie sich mal auf der Straße sehen ließ. Und die Leute sagten sie sei eine Hexe. Als keiner mehr etwas von ihr wissen wollte, verließ sie das Dorf und grub sich in der Nähe des Reetpfuhls bei Kossin eine Höhle. Da lebte die Alte eine Zeit von allen Menschen abgeschlossen !
In der ersten Zeit holte sie sich bei Tage das nötige Essen von Kossin. Aber das wurde den Kossinern zu viel; denn alle hatten Angst vor ihr. Als die Alte eines Tages ins Dorf kam, um sich Lebensmittel zu holen, riegelten die Leute alle Türen zu und die Rudeljahne bekam kein Essen mehr.
Die alte Rudeljahne hatte nun in ihrer Höhle eine schwarze Katze, die war sehr schlau. Die Rudeljahne schickte sie ins Dorf und ließ sich von ihr das Essen holen. Aber bald jagten die Hunde die Katze, wenn sie kam. Eines Tages kam sie blutend und wund in die Höhle der Rudeljahne zurück. Als sie ihre Katze so halb tot sah, verwünschte die Rudeljahne in ihrem Zorn Kossin. Sie rief wie eine Hexe drohend nach Kossin hin: "Der rote Hahn soll krähen über euch !"
Die alte Rudeljahne starb bald darauf. Die Kossiner waren froh,dass die Alte tot war. Aber es dauerte nicht lange, da ging der böse Wunsch der Rudeljahne in Erfüllung. Kurz nach ihrem Tode, fing ein Bauernhaus an zu brennen. Der Wind trieb die Flammen weiter von Haus zu Haus und von Scheune zu Scheune. Das ganze Dorf brannte bald. Nur drei Gebäude waren am anderen Morgen von dem roten Hahn verschont geblieben. Einige Menschen wollen gesehen haben, dass eine feurige Katze bei dem Ausbruch des Feuers von Strohdach zu Strohdach gelaufen sei und so den Brand durchs Dorf getragen habe. Es soll die Katze der alten Rudeljahne gewesen sein.
Obwohl die Ortschaft Kossin erst 1881 abbrannte, 67 Jahre nach dem Tode der Rudeljahne, wird diese noch dafür verantwortlich gemacht.
(aus den Aufzeichungen von Dr. Reinhard Anders)
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