Dorfchronik

Dorfchronik von Kossin!







Mit dem Leitwort, wer das jetzt übel nimmt, der nie in den Himmel kimmt. Vergessen wir die Alltagssorgen, vergessen wir die Plag und Pein, wir schieben sie auf übermorgen, heut wollen wir einmal lustig sein. Das Echo schallt wohl in der Heide ein fröhlich singen wie in Wien und rings umhüllt von grüner Weide, da liegt das kleine Dorf Kossin. Zu Anfang steht ein kleiner Dom, der wird so recht betreut, da hat manch kleiner Sünder schon sein Sündenschuld bereut. Die Glöcklein läuten immer stetig, sei es zum Kirchgang, sei`s zum Tod, sei`s wenn sich zwei Menschen sich vereinen, sei`s auch in der schwersten Not.´ Was nützt uns schon die Traurigkeit, dabei können wir nicht bleiben, heut wollen wir doch voll Lust und Freud, die Menschen mal beschreiben. Die Menschen sind ja gar nicht schlecht, ein jeder Mann ist so gerecht, bei Gastwirt Schmiedchen fängt man an, dann geht es weiter Mann zu Mann. Es ist schon so nach altem Brauch, ein Gastwirt hat nen dicken Bauch, doch trinkt ihr gern ein Edelwein, dann kehrt beim Gastwirt Schmiedchen ein. Jetzt Gäste macht die Ohren spitz, nun geht´s zu Vater Lüderitz. Er fühlt sich doch mit 60 Jahren noch recht jung und unerfahren, drum wenn er nur sein Pfeifchen raucht, hat er alles was er braucht. Wenn´s draussen stürmt zum Gotterbarmen, hält er Muttel fest im Arm. Als Wildschweinjäger war er bekannt, Höhne Helmut vom Kossiner Land. Doch nun jagt er nie mehr auf´s Schwein, jetzt kehrt er oft beim Liebchen ein und bald wird ihm sein Herz erweichen, wird ihr die Hand zum Glücke reichen. Die sich auf schwere Arbeit rüsten, die nennt man heute Aktivisten, drum wenn du was auf´n Herze hast, dann geh zu Walter Gadegast, mit seinem Traktor (Bauernglück) hat er schon manches Land gepflügt. Auch Mönch´s Wilhelm ist bekannt, er ist jetzt (V.d.g.B.) Vorstand. Als Bauer steht er seinen Mann und hilft jedem wo er kann. Das seine Wirtschaft vorwärts geht, man kann es sehen früh und spät. Wenn längst zur Ruh die Glocken klangen kommen Mönch´s erst vom Feld gegangen. Und ist das Dörflein noch so klein, auch da muss eine Mühle sein. Sie steht so stolz auf Berges Höhn ein leiser Wind bringt sie zum drehen. Sie gilt auch oft als Tummelplatz und Vater Kuhl schaut oftmals drein, wenn zwei wollen einmal glücklich sein. Nun was mit Knuppens Vater ist? Man kann wohl sagen Spezialist. Denn er baut Häuser groß und klein und schlachtet auch so manches Schwein und auch die Finanzen stellt er richtig und in der Wirtschaft ist er tüchtig. Wenn irgendwo die Arbeit brannte dann ging man stets zu Thinius Tante, sie ist zu jeder Stund und Zeit auch immer froh und hilfsbereit. Schmidts Mutter ist gar oft betrübt, weil Minna ihren Otto liebt, doch Minna denkt, allein auf Erden um mit der Wirtschaft Herr zu werden, das kommt ihr nicht in den Sinn, drum nahm sie den Otto hin. So hat ein jeder seine Last, die trägt auch Erich Gadegast. Er hat geschlummert im süßen Traum, klaut man die Äpfel ihm vom Baum. Doch einst wird er am Baume liegen und wird die Diebe schon mal kriegen. Am Dorfpuhl steht ne Wirtschaft fein, das muss doch Rostens Hermann sein. Wenn´s sich mal um Lieferung dreht, dann Hermann schnell zum Nachbar geht, doch auch der Sturmwind wird sich mal legen, es folgt Sonnenschein auf Regen. Nun kommen wir zu Sandmanns schon, den Bürgermeister macht der Sohn. Man sieht ihm oft am Schreibtisch sitzen und seine Brillengläser schwitzen. So gegenüber von dem Dreieck da steht die Wirtschaft Ehrenberg. Da hat so mancher kleiner Kobold getrieben schon sein böses Werk. Im Kuhstall hat er einst geschickt, da hat er doch ne Kuh verrückt und stellt nen Bullen hin. Des Morgens kommt der Melker "nun" was hat er da für ´n Ding??? Strauch Helmut hat die Welt umwandert nun ist er in Kossin gelandet. Die Frida lud ihn herzlich ein, doch schlafen muss er noch allein. Es ist zu sehen das Rietorfs erst jung verheiratet sind, da baut der Storch sein Nestchen auch bei dem stärksten Wind. Doch Kinder bringt er keine auf dieser schönen Welt, drum hat Erich ab Heute den Weihnachtsmann bestellt. Auf Schreibers Wirtschaft gibt's ka Sünd, da ist´s so man´s selten find gleich übern Torweg hängt ein Schild es ist ja leider ohne Bild. Doch in der Inschrift kann man lesen was über Ordnung, Tun und Wesen. Am Ende kommt nun Hertels Vater er ist ein richtiger Berater, er denkt: was andere schwer sich ringen, doch nur die Ruhe kann es bringen! Er hat den ganzen Stall voll Vieh, denn handeln kann er wie noch nie. Hat er gehandelt ist er froh, nun kann er kaufen in HO. Nun muss ich wieder weiter zieh´n und singen frohe Lieder im Frühling werden die Blumen blühen dann sehen wir uns wieder.

Am 24.12.1949

Herbert Liersam



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